Collapse all |
Expand all
Im Spannungsfeld zwischen Etruskern und Sabinern
Seit etwa 1200 v.Chr. wanderten indogermanische Stämme in Italien ein und unterwarfen die einheimische Bevölkerung. An den Ufern des Tibers wurden so um 1000 v.Chr. latinische Bauern sesshaft.
Der Sage nach wurde Rom offiziell im Jahre 753 v.Chr. durch Romulus und Remus gegründet. So wie die Grundsteinlegung durch Fremde erfolgte, wurde die Stadt auch in den nächsten beiden Jahrhunderten verwaltet: von ausländischen Königen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass keiner von ihnen (vielleicht Romulus) etruskischer Herkunft war, obwohl die Stadt sehr von deren Kultur beeinflusst wurde. Die meisten Könige stammten aus dem Sabinerland oder anderen Gegenden Latiums.
Bereits in dieser Zeit begann Rom zu expandieren. Um 550 v.Chr. beherrschte die Stadt das zentralitalische Kernland. Um sich gegen Feinde zu schützen, liess König Servius Tullius um 550 v.Chr. das stadtgewordene Rom mit einer Mauer umgeben.
Vom Königreich zur Republik
Der erste grosse Einschnitt in der römischen Geschichte war die Vertreibung des letzten Königs Tarquinius Superbus im Jahre 510 v.Chr., womit auch die etruskische Fremdherrschaft abgeschüttelt wurde. Die neue Staatsform war republikanisch und orientierte sich an griechischen Vorbildern. Dennoch ist sie als Adelsrepublik zu bezeichnen, da ihre Amtsträger, vorneweg die Consuln, ausschliesslich dem Patrizierstand entstammten.
Über 200 Jahre lang kämpften nun die Plebejer um eine Besserstellung. Die Zeit der Ständekämpfe wurde durch die Secessio plebis (Auszug der Plebs aus der Stadt) eingeleitet. Der Staat funktionierte nur, weil sich die Römer darüber im klaren waren, dass sie einem höheren Prinzip, dem Gemeinwohl, dienten. So machten die Patrizier Zugeständnisse und die Plebs erhielten Ämter, die nur ihnen zugänglich waren.
Expansion auf allen Gebieten
Im Jahre 450 v.Chr. wurde das geltenden Rechts als Zwölf-Tafel-Gesetze kodifiziert. Diese Gesetze bildeten noch lange die Grundlage für das römische Recht. Dem folgte eine weitere Verbesserung der rechtlichen Situation der Plebs, die etwa ab dem Jahre 360 v.Chr. die volle politische Gleichberechtigung erlangen konnten.
Das Ergebnis der inneren Konsolidierung war eine stetige Expansion nach aussen. Schon 509 v.Chr. wurde der erste Handelsvertrag mit Karthago geschlossen. Die Etrusker wurden 396 v.Chr. endgültig besiegt und das Land für die Besiedlung der wachsenden Bevölkerung gewonnen.
In Oberitalien hatten sich zu diesem Zeitpunkt die Kelten bis Eturien festgesetzt und nach einer schweren römischen Niederlage 390 v.Chr. besetzte der Keltenkönig Brennus Rom. Nach der Überlassung der meisten Schätze konnten die Kelten zum Abzug bewogen werden.
Die schnell wachsende Bevölkerung brauchte immer mehr Land und so kam es zu Konflikten mit den Städten in den fruchtbaren Ebenen von Latium und Campanien. Nach langen Kämpfen wurden die Latiner in den römischen Staatsverband integriert. Die nächsten Kämpfe wurden mit den Samniten ausgefochten, die im südlichen Apennin heimisch waren. Das Land konnte nur gegen erbittertsten Widerstand besetzt werden.
Rom war zwar zu diesem Zeitpunkt noch keine Grossmacht, doch beherrschte die Stadt am Tiber ganz Mittelitalien und übte durch ihre staatliche Geschlossenheit Einfluss auf die umliegenden Gebiete aus.
Von Karthago nach Kleinasien und zurück
Bei der weiteren Expansion traf Rom auf die Handelsmacht Karthago, die in drei Kriegen niedergerungen wurde. Der erste Punische Krieg (264 bis 241 v.Chr.) begann auf Sizilien, verlief äusserst wechselhaft und wurde erst durch die Niederlage der karthagischen Flotte in einer Seeschlacht beendet. Karthago musste Sizilien räumen und eine hohe Kontribution entrichten.
Rom besass mit Sizilien seine erste Kolonie. Das System der künftigen Macht Roms war geboren worden. Im Laufe der nächsten Jahre kamen mit Sardinien, Korsika, Dalmatien und Oberitalien weitere Provinzen hinzu.
Der Krieg hatte keine wirkliche Erschütterung einer der beiden Mächte zur Folge gehabt und die Entscheidung war damit lediglich vertagt worden. So wurde der zweite Punische Krieg (218 bis 201 v.Chr.) noch erbitterter geführt als der erste.
Der Krieg begann 218 v.Chr. mit der Zerstörung der spanischen Stadt Sagunt, die mit den Römern im Bunde gestanden war. Um den Krieg ins italischen Kernland zu tragen, überquerte Hannibal mit seiner Armee die Alpen. Die Römer wurden mehrmals und vor allem bei Cannae vernichtend geschlagen. Doch Hannibal verabsäumte es das wehrlose Rom anzugreifen. Schritt für Schritt gewannen die Römer die verlorenen Städte zurück.
Zum mächtigsten Gegner Hannibals avancierte Publius Cornelius Scipio, der Karthago direkt bedrohte. Hannibal musste Italien räumen und nach der Schlacht bei Zama 202 v.Chr. war die einstige Grossmacht besiegt.
Kaum war Karthago keine grosse Bedrohung mehr, wandte sich Rom dessen Verbündeten Philipp von Makedonien zu. Er wurde 197 v.Chr. besiegt und ein Jahr später Griechenland erobert. Hannibal hatte bei König Antiochos von Syrien Unterschlupf gefunden. Aber auch er wurde besiegt. Nach der Schlacht von Pydna 168 v.Chr. war Rom endgültig Herrscherin über das östliche Mittelmeer. Da sich unterdessen Karthago wieder zu fangen schien, überzeugte Cato d.Ä. die Römer, den ewigen Fein endgültig auszulöschen. Die Stadt wurde erobert und ausradiert.
Verschiebungen im Staatsgefüge
Das Engagement und der Aufschwung Roms hatten schwerwiegende Folgen für die innere Struktur des ehemaligen Stadtstaates. Die italischen Kleinbauern waren nach all den Kriegen ruiniert und waren gezwungen ihr Land an Grossgrundbesitzer zu verkaufen. Auf grossen Latifundien wurden statt Getreide mittels Sklaven Öl- und Weinplantagen betrieben.
Die verarmten Bauern zogen in die Städte und wurden so zu Slumbewohnern. Mit den Eques hatte ein neuer Stand an Bedeutung gewonnen. Als Händler, Grossunternehmer und Bankiers hatten sie am Krieg verdient und bildeten nun das finanzielle Rückgrat des Reiches. Die Patrizier standen ihnen kaum nach und als Statthalter sorgten sie für schamlose Ausbeutung zahlreicher Provinzen.
Durch die Ausweitung des Herrschaftsgebietes kam Rom mit neuen geistigen Strömungen in Berührung. Die Faszination für alles Griechische bestimmte von nun an die kulturelle Entwicklung des Weltreichs.
Die Ressourcen der neuen Provinzen dienten zur Ausgestaltung der Hauptstadt. Der äussere Glanz wurde durch die inneren Probleme getrübt. Die staatlichen Einrichtungen waren kaum noch in der Lage die Administration des Reiches zu bewältigen. Die Plebejer hatten kaum ein Mitspracherecht. Daraus resultierten Anarchie und Chaos.
Ackergesetze und die Parteien
Die Gracchen versuchten sich als erstes daran, die Lage der Armen zu verbessern. Als Volkstribun brachte Tiberius Gracchus 133 v.Chr. ein Ackergesetz ein, nach dem neue Gehöfte auf Staatsland zu schaffen wären. Die Durchsetzung stiess auf breite Ablehnung in der Oberschicht.
Nachdem sein Bruder bei einem Tumult ermordet worden war, setzte Gaius Gracchus die Pläne der Bodenreform fort. Mit Unterstützung des Ritterstandes konnte er Getreidezuteilungen aus Staatsmitteln an die Armen durchsetzen. Als er aber allen Italikern das Bürgerrecht verleihen lassen wollte, wurde auch er ermordet.
All dies hatte das Gemeinwesen polarisiert. Die Agrarreformen wurden behindert und die Reformgegner schlossen sich Optimaten zusammen. Die Anhänger des Volkes wurden Popularen genannte.
Marius und Sulla
Zur Lösung der anstehenden Probleme im Krieg gegen Jugurtha setzte die Ritterschaft das Konsulat für einen starken Mann mit Können, aber ohne aufsehnerregende Ahnen, durch. Gaius Marius beendete den Krieg und schützte Rom vor den einströmenden Kimbern und Teutonen. Am bekanntesten ist jedoch seine Heeresreform, die die Grundlage für das römische Berufsheer schuf.
Nachdem man den Italikern das Bürgerrecht verweigert hatte, zogen die Enttäuschten in den Bundesgenossenkrieg, der für Rom schwere Niederlagen brachte. So wurde 88 v.Chr. den Aufständischen das Bürgerrecht verliehen.
König Mithridates von Pontos liess unterdessen in Kleinasien 80.000 Römer samt Anhänger umbringen. Um die Tat zu rächen wurde von den Optimaten der Feldherr Sulla berufen. Die Popularen vertrauten weiterhin auf Marius. Wegen dieses Oberkommandos kam es in Rom zum Bürgerkrieg mit wechselnden Siegern und Verfolgung der Gegner. Unter Abwesenheit von Sulla errag Marius die Oberhand und übte Vergeltung an all seinen Feinden in Rom.
Sulla kehrte siegreich nach Rom zurück und mittels Prokriptionen erklärte er Tausende von Popularen für vogelfrei. 82 v.Chr. ordnete Sulla den römischen Staat neu und zog sich anschliessend ins Privatleben zurück. Die inneren Verhältnisse blieben gespannt und es kam zu mehreren Aufständen, u.a. der Skalven unter ihrem Anführer Spartakus
Pompeius, Crassus und Caesar
Als Anhänger der Optimaten wurde Pompeius im die Bekämpfung der Seeräuberei übertragen. Anschliessend wandte er sich gegen Mithridates und ordnete Kleinasien von Grund auf neu.
Er verbündete sich 60 v.Chr. mit Caesar und Crassus zum ersten Triumvirat. Die Macht lag in den Händen dieser drei Männer und ihrer Anhänger und nicht mehr bei den gesetzlichen Einrichtungen. Als Proconsul eroberte Caesar von 58 bis 51 v.Chr. Gallien und schlug die Germanen über den Rhein zurück.
Crassus hatte sich unterdessen in einen prestigeträchtigen Feldzug gegen die Parther gewagt und fiel im Feindesland. Der Bürgerkrieg zwischen Caesar und Pompeius begann, als Caesar den Rubicon überschritt. Pompeius wich nach Griechenland aus, aber Caesar folgte ihm. In der Schlacht von Pharsalus war für Caesar siegreich und Pompeius floh nach Ägypten, wo er kurz danach ermordet wurde.
Eine Romanze verband ihn mit der ägyptischen Königin Kleopatra. Als Diktator auf Lebenszeit begann er Rom eine neue Ordnung zu geben. Arbeitsbeschaffung und die Gründung von Veteranenkolonien liess auch die Zahl der Almosenempfänger in Rom deutlich zurückgehen. Das Bürgerrecht wurde auch an einige Provinzialen verliehen, der Strassenbau forciert und der Kalender einer Reform unterzogen.
Von Caesar zu Octavian
Die Gegner von Caesars Alleinherrschaft gaben sich noch nicht geschlagen und an den Iden des März 44 v.Chr. fiel Caesar einem Mordanschlag unter der Führung von Brutus und Cassius zum Opfer. Die Täter wurden verfolgt und getötet.
In der Folge verbündeten sich Marcus Antonius, Gaius Octavius und Lepidus zum zweiten Triumvirat. Lepidus wurde bald entmachtet. Antonius heiratete Kleopatra und handelte im Stile der Ptolemäer. Der Gegensatz zwischen dem orientalischen Antonius und dem die westliche Hälfte beherrschenden Octavian führte zum militärischen Konflikt.
Die Entscheidung fiel 31 v.Chr. in der Seeschlacht von Actium durch Octavians Feldherrn Agrippa. Antonius und Kleopatra mussten flüchten und begingen Selbstmord. Damit war Octavian der alleinige Herrscher über die römischen Gebiete.
Militär und Verwaltung stützen das Reich
Die Herrschaft des Octavian beendete die vom Bürgerkrieg erschütterte Republik. Nach Verleihung des Titels Augustus begann Octavian als Kaiser das Römische Reich von Grund auf zu erneuern, ohne an den Grundfesten der Tradition zu rütteln.
Er selbst bezeichnete sich als Princeps; erster Bürger des Staates. Senat und Volksversammlung blieben bestehen und behielten die meisten Funktionen bei. Rom schaffte dabei einen Zustand zwischen Republik und Monarchie.
Die Verwaltung in den Provinzen wurde von einem neu entstandenen Beamtenadel erledigt, der sich aus Ritterstand und Offizieren rekrutierte. Um seine Herrschaft abzustützen schuf Augustus ein ihm ergebenes Heer, das zur Grenzsicherung überall im Reich verteilt war.
Pax Romana
Wichtig für Augustus war, dass sich die Römer wieder mit ihrem Staat zu identifizieren begannen. Die alte Religion wurde wiederbelebt und zahlreiche Tempel restauriert. Als Pontifex Maximus, Oberster Priester, verbanden sich Religion und Politik an der Staatsspitze. Prächtige Kommunalbauten versorgten die Einwohner der Hauptstadt mit dem "Lebensnotwendigen".
Die herausragendste Leistung war die Pax Romana. Der römische Friede brachte den Völkern rund um das Mittelmeer ein Ende der Bedrohung von durchziehenden Heerscharen, die das Land verwüsteten. In diesem neuen Geist konnten sich nach anfänglichem Zögern Künstler und Gelehrte entfalten.
Augustus versuchte die Grenzen Roms abzurunden und verzichtete auf eine grossangelegte Eroberungspolitik jenseits der "natürlichen" Grenzen. Ein Versuch Germanien bis zur Elbe unter römischen Einfluss zu bringen scheiterte. In der Schlacht im Teuteburger Wald gingen 9 n.Chr. unter Varus drei Legionen verloren. Im Osten arrangierte sich Augustus mit den Parthern und erlangte verlorengegangene Feldzeichen zurück.
Die iulisch-claudischen Nachfolger
Die Regelung der Nachfolge wurde für Augustus zur Nagelprobe, da ihm einige Todesfälle immer wieder einen Strich durch die Rechnung machten.
Der direkte Nachfolger wurde Tiberius, ein pflichtbesessener Regent, der in seiner Spätzeit das Reich verbittert und in abgeschiedener Einsamkeit regierte. Ihm folgte Gaius, der unter seinen Spitznamen Caligula bekannt wurde. Nach Anzeichen für Wahnsinn und entsprechender Politik wurde er von den Prätorianern ermordet, die hier erstmals als bedeutender Machtfaktor auftraten. Caligulas Onkel Claudius passte die Verwaltung des Reiches neuen Erfordernissen an und leitete die aktive Eroberung Britanniens ein.
Die Dynastie des Augustus erlebte mit dem Selbstmord des von vielen Seiten angefeindeten Nero ein abruptes Ende. Dem exzentrischen Kaiser wurde zu Unrecht die Brandschatzung der Stadt Rom zur Last gelegt.
Nach dem Selbstmord Neros kam es zum Dreikaiserjahr. Galba, Otho und Vitellius lösten sich 68/69 n.Chr. in kurzen Abständen auf dem Thron ab bis die im Osten stationierten Legionen Vespasian zum Kaiser ausriefen und sich durchsetzen konnten.
Während der kurzen Regierung des Titus kam es 79 v.Chr. mit dem Ausbruch des Vesuv bei Pompeji zur grössten Naturkatastrophe der römischen Antike. In der Herrschaft des Domitian wurden immer mehr Aufgaben durch den kaiserlichen Apparat erledigt
Die Adoptivkaiser
Unter dem vom greisen Kaiser Nerva adoptierten Trajan errang das Römische Reich militärisch seine grösste Ausdehnung. Hadrian konnte das Erreichte absichern und Antoninus Pius das Imperium ohne kriegerische Auseinandersetzungen regieren. Unter Marc Aurel machten sich die ersten Anzeichen der bevorstehenden Völkerwanderung bemerkbar.
Erst Marc Aurel hatte mit Commodus einen Sohn, den er als Nachfolger bestimmen konnte. Marc Aurel hatte auch zum ersten Mal die Doppelherrschaft verwirklicht und sich mit Lucius Verus einen gleichrangigen Mitregenten geschaffen.
Commodus war wahnsinnig und hielt sich für die lebendige Verkörperung des Herkules. Es folgte ein Bürgerkrieg, in dem die Kurzzeitkaiser Pertinax und Didius Iulianus ermordet wurden.
Die Severer
Der Sieger des Bürgerkrieges von 193 hiess Septimius Severus. Die nordafrikanische Dynastie der Severer brachte dem Römischen Reich nochmals einen machtpolitischen Aufschwung. Doch gleichzeitig begann ein vermehrter Abbau der zentralen Stellung Roms und des italischen Kernlandes zugunsten der Provinzen.
Septimius Severus hatte mit Caracalla und Geta zwei Söhne, die in seine Fussstapfen treten konnten. Nachdem Caracalla seinen Bruder hatte ermorden lassen, konnte er die uneingeschränkte Herrschaft über das Imperium ausüben.
Caracalla wurde während seines Feldzuges gegen die Parther im Zuge einer Verschwörung ermordet. Die Soldaten riefen den Prätorianerpräfekten Macrinus zum Kaiser aus. Dessen Regierung erwies sich allerdings als äusserst kurzlebig.
Unter falschen Annahmen riefen die Legionäre einen vierzehnjährigen Knaben zum Kaiser aus, den man schon bald nach dem syrischen Sonnengott Elagabal nannte. Seine Unbeliebtheit liess ihn seinen, bei den Römern beliebten, vierzehnjährigen Vetter Severus Alexander adoptieren. Unter Severus Alexander lag die wahre Macht weiterhin bei Iulia Maesa und später bei deren Tochter Mamaea.
Die latente Unruhe im Reich konnte indes kaum unterdrückt werden. Sie gipfelte in der Ermordung des Severus Alexander und der damit verbundenen Ausrufung des Soldaten Maximinus Thrax zum Kaiser.
Kurzlebige Soldatenkaiser
Die folgenden fünfzig Jahre stellen einen Tiefpunkt in der römischen Geschichte dar. Dem Druck von aussen konnte das innerlich zerrissene Imperium nur mit Mühe standhalten.
Maximinus Thrax sicherte Rhein- und Donaugrenze gegen einfallende Stämme, scheiterte jedoch an seiner Finanzpolitik. Aus Unzufriedenheit mit seinem Regiment wurden Gordian I. und Gordian II. auf den Kaiserthron gehoben. Sie wurden jedoch von ihren Gegner sogleich hinweggefegt und der Senat legte mit Pupienus und Balbinus noch einmal eigenen Kandidaten den Kaiserpurpur um. Um das Volk zu befrieden waren sie gezwungen Gordian III. als ihren Nachfolger zu bestimmen. Die Chance einer Stabilisierung wurde vertan und ab 244 begann mit Philipp dem Araber für das Römische Reich die Zeit seiner grössten Wirren.
Decius fiel 251 als erster Kaiser in der Schlacht und Valerian geriet 260 als erster und einziger in die Hand des Feindes, wo er in Ketten starb. Trotz aller Rückschläge konnte das Kaisertum wieder erstarken. Verlorene Gebiete wurden zurückerobert und das Prestige konnte allmählich wieder hergestellt werden. Von 235 bis 284 n.Chr. wurden über 20 Kaiser "verbraucht" und einer war eines natürlichen Todes gestorben.
Die geteilte Reichsverwaltung
Infolge von Thronstreitigkeiten kam es erstmals um 260 n.Chr. zu einem Riss in der Reichsverwaltung. Doch schaffte es Aurelian 270 n.Chr. als Restitutor orbis, Erneuerer der Welt, das Reich eisern zusammenzuhalten. Nach seinem Tod herrschte wieder Chaos bis zur Inthronisation von Diocletians.
Der neue Kaiser begründete endgültig die absolute Monarchie und zentralisierte die Verwaltung rigoros. Als Kaiser und Gott verehrt, gab es neben ihm nur mehr Untertanen.
Die Wirtschaft des Römischen Reiches lag danieder. Diocletian versuchte den Problemen durch staatliche Massnahmen Herr zu werden. Die Berufsvereinigungen wurden zu staatlichen Zwangsinnungen und mit dem Diocletianischen Preisedikt eine Höchstpreisverordnung erlassen.
Als richtungsweisend sollte sich die Teilung des Römischen Reiches in einen West- und in einen Ostteil erweisen. Er selbst übernahm den Osten, der Westen ging an seinen Mitregenten Maximianus. Zusätzlich erhielt jeder der beiden einen Caesaren zur Seite gestellt. Das System wurde Tetrarchie genannt und sollte eine straffere Verwaltung ermöglichen.
Das christliche Reich
Nach der Abdankung Diocletians und seines Mitregenten sicherte sich nach langem Bürgerkrieg Konstantin im Kampf gegen seine Rivalen Maxentius und Licinius die Unterstützung der Christen. Unter dem Zeichen des Kreuzes siegte er 313 n.Chr. an der Milvischen Brücke in Rom und erlangte damit die Herrschaft im Westreich.
Die Christen erlangten völlige religiöse Gleichstellung und erwiesen sich von nun an als bedeutende politische Stütze. Ab 324 n.Chr. regierte Konstantin als absoluter Herrscher. Bedeutend war die Gründung einer zweiten Hauptstadt im Osten. Konstantinopel wurde nach dem Vorbild Roms errichtet.
Nach seinem Tod hinterliess der Kaiser ein Reich, das völlig umgestaltet worden war. Ein Restaurationsversuch der alten Kulte unter Iulianus schlug fehl. Was folgte war die Dynastie des Kaisers Valentinian, die sich bis 379 n.Chr. hielt.
Die letzte Blüte erlebte das Römische Reich unter den Kaisern Valentinianus und Theodosius. Die Politik Konstantins wurde konsequent fortgesetzt und das Christentum zur Staatsreligion erhoben. Dies hatte zur Folge, dass alle heidnischen Kulte endgültig verboten wurden.
Noch vor seinem Tod teilte Theodosius 395 n.Chr. das Reich unter seinen beiden Söhnen auf. Honorius bekam den Westen, Arcadius den Osten. Ab diesem Zeitpunkt war das Reich endgültig getrennt
Die Auflösung des Westreiches
Der Westteil geriet in der Folge unter immer grösseren Druck eindringender Germanenstämme. 410 n.Chr. gelang es dem Westgotenkönig Alarich Rom zu erobern. Die Ansiedlung germanischer Siedler im Reichsgebiet war ebenfalls für die weitere Entwicklung von grosser Bedeutung.
Unter ihrem König Attila verbreiteten die Hunnen Angst und Schrecken. In einem einmaligen Kraftakt verbündeten sich Germanen und Römer und schlugen 451 n.Chr. die Hunnen in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern. Rom kam indessen nicht zur Ruhe und wurde ein zweites Mal, von den Wandalen, geplündert.
Diese Zeit brachte nur schwache Kaiser hervor und die eigentliche Macht lag in der Hand von germanischen Heerführern. Den Schlusspunkt bildete 476 n.Chr. die Absetzung des Kaisers Romulus Augustulus durch den Germanen
Das Byzantinische Reich
Nach dem Zusammenbruch des Westteils verstand sich Ostrom als legitimer Erbe des Römerreiches. Nicht nur die Verwaltung hatte sich indes aufgespaltet; auch die Streitigkeiten um theologische Fragen lähmen das Oströmische Reich, doch können die Kaiser Leo I. und Zeno die Lage stabilisieren.
Iustinianus verfolgte von 527 bis 565 n.Chr. energisch das Ziel, die verloren gegangenen Provinzen im Westen für Ostrom zurückzugewinnen. Seine Feldherren vernichteten die neugegründeten Germanenreiche in Africa und Italien. Einfälle der Slawen auf dem Balkan und der schwierige Abwehrkampf gegen die Sassaniden verhinderten eine vollständige Wiedereroberung des Westens.
Als Byzantinisches Reich überdauerte es nochmals 1000 Jahre. Vorerst noch als Grossmacht, wurde es ab dem 8. Jh. immer mehr durch den Islam in Bedrängnis gebracht. Erschwerend wirkten sich auch die Streitigkeiten mit Rom um die religiöse Vormachtstellung im Christentum aus.
Das schliesslich auf Griechenland und Kleinasien beschränkte Reich wurde durch die Kreuzzüge erheblich geschwächt und erlag schlussendlich 1453 dem Ansturm der Osmanen unter Muhammed II.
Die Geschichte Rom´s wurde von imperiumromanum.com zur Verfügung gestellt